Die Wahl der richtigen Reifen gehört zu den wichtigsten Entscheidungen für die Sicherheit auf der Straße. Sommerreifen bieten bei warmem Wetter die beste Fahrleistung, Winterreifen sind bei Schnee und Eis unverzichtbar und Ganzjahresreifen vereinen beide Eigenschaften als Kompromiss für einen ganzjährigen Einsatz. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welcher Reifentyp zu Ihrem Fahrzeug und Ihren Anforderungen passt, worauf Sie bei der Profiltiefe und dem Reifendruck achten müssen und wann der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel gekommen ist. Für einen Termin zum Reifenwechsel stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
- Sommerreifen leisten bei Temperaturen über 7 °C die beste Fahrleistung. Winterreifen sind darunter klar überlegen.
- In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Bei Schnee, Matsch, Glätte und Eis sind Winterreifen gesetzlich vorgeschrieben.
- Ganzjahresreifen sind ein praktikabler Kompromiss, erreichen aber in keiner Jahreszeit die Leistung spezialisierter Reifen.
- Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Fachleute empfehlen jedoch mindestens 3 mm für sicheres Fahren.
- Regelmäßige Sichtprüfungen und professionelle Reifenchecks verlängern die Lebensdauer und senken Folgekosten.
Sommerreifen, Winterreifen oder Ganzjahresreifen – was steckt dahinter?
Reifentypen im Überblick
Sommerreifen bestehen aus einer härteren Gummimischung, die bei hohen Temperaturen optimalen Grip liefert, während Winterreifen eine weichere Mischung mit lamellierten Profilen für Traktion bei Schnee und Eis nutzen. Ganzjahresreifen, auch Allwetterreifen genannt, kombinieren Eigenschaften beider Reifenarten, ohne einen der beiden vollständig zu ersetzen.
Die drei Reifentypen unterscheiden sich in mehreren entscheidenden Punkten voneinander:
- Sommerreifen: optimale Haftung und kurze Bremswege ab 7 °C, geringerer Rollwiderstand, schlechtere Traktion bei Kälte, Schnee und Eis
- Winterreifen: weiche Gummimischung bleibt bis unter minus 20 °C flexibel, tiefes Lamellenprofil für Griff auf Schnee und Eis, längere Bremswege bei Sommerhitze
- Ganzjahresreifen: ganzjährig nutzbar, geeignet für milde Winter ohne viel Schnee, Kompromisse bei Haftung und Verschleiß gegenüber den spezialisierten Reifenarten
In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht. Das bedeutet, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Schnee, Schneematsch, Glätte und Eis ausschließlich Reifen mit dem Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) zulässig sind. Fahrzeuge mit Sommerreifen bei Glätte gefährden nicht nur die Insassen und Insassinnen, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer und -teilnehmerinnen. Die Sommer-, Winter- und Ganzjahresreifen in unserem Sortiment erfüllen alle gesetzlichen Anforderungen.
Was kosten die verschiedenen Reifentypen wirklich – und wie lange halten sie?
Wer Sommer- und Winterreifen separat kauft, investiert einmalig mehr, profitiert aber langfristig von einem geringeren Gesamtverschleiß. Jeder Reifensatz nutzt sich nur rund sechs Monate pro Jahr ab und hält damit deutlich länger. Sommerreifen erreichen im Schnitt 40.000 bis 60.000 km Laufleistung, Winterreifen zwischen 30.000 und 50.000 km. Ganzjahresreifen liegen bei rund 30.000 bis 40.000 km, sind dafür aber das ganze Jahr über im Einsatz.
Ganzjahresreifen sind wirtschaftlich sinnvoll in folgenden Situationen:
- Das Fahrzeug wird wenig gefahren und legt jährlich unter 15.000 km zurück.
- Der Hauptwohnort liegt in einer Region mit milden Wintern ohne viel Schnee.
- Es fehlt an Lagerplatz für einen zweiten Reifensatz.
- Der Wechsel zwischen zwei Reifensätzen verursacht unverhältnismäßig hohe Servicekosten.
Klare Nachteile entstehen jedoch bei häufigen Fahrten in den Bergen, bei starken Schneefällen oder auf vereisten Straßen. Dort bieten spezialisierte Winterreifen deutlich mehr Sicherheit.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Reifenwechsel?
Neben den Jahreszeiten geben vier Kriterien klare Signale für einen fälligen Reifenwechsel: eine nachlassende Profiltiefe, ein Reifenalter von mehr als acht Jahren, der jahreszeitliche Wechsel im Frühling und Herbst sowie ein verändertes Fahrverhalten wie verstärktes Rutschen, längere Bremswege oder Vibrationen. Als Faustregel gilt die „O bis O“-Regel: von Oktober bis Ostern Winterreifen nutzen, in der Zwischenzeit Sommerreifen.
| Reifentyp | Empfohlene Mindestprofiltiefe | Gesetzliche Mindestprofiltiefe | Wechselempfehlung nach Jahren |
|---|---|---|---|
| Sommerreifen | 3 mm | 1,6 mm | nach 6–8 Jahren |
| Winterreifen | 4 mm | 1,6 mm | nach 6–8 Jahren |
| Ganzjahresreifen | 4 mm | 1,6 mm | nach 5–6 Jahren |
Übersicht: Profiltiefe und Wechselempfehlungen für alle drei Reifentypen im Vergleich
Regelmäßige Sichtprüfungen auf Risse, Beulen und ungleichmäßigen Abrieb helfen, Schäden frühzeitig zu erkennen. Ein professioneller Check in der Autowerkstatt beinhaltet zusätzlich den Reifendruck und spart langfristig Kosten. Auch typische TÜV-Mängel betreffen häufig den Zustand der Reifen.
FAQ
Ab welcher Temperatur sollte man auf Winterreifen wechseln?
Winterreifen sind ab 7 °C empfehlenswert. Unter dieser Marke verlieren Sommerreifen merklich an Haftung, weil ihre härtere Gummimischung bei Kälte spröder wird.
Sind Ganzjahresreifen in Deutschland für den Winter zugelassen?
Ganzjahresreifen mit dem Alpine-Symbol sind in Deutschland bei winterlichen Straßenverhältnissen zugelassen. Die reine „M+S“-Kennzeichnung ohne Alpine-Symbol ist seit 1. Oktober 2018 nicht mehr ausreichend.
Wie erkenne ich, ob meine Reifen noch sicher sind?
Prüfen Sie die Profiltiefe mit einem Profiltiefenmesser oder an den integrierten Verschleißindikatoren (TWI). Sichtbare Risse, Beulen oder eine ungleichmäßige Abnutzung sind weitere Warnsignale, die einen Fachbetrieb erfordern.
Wie oft sollten Reifen gewuchtet und rotiert werden?
Bei jedem Reifenwechsel empfiehlt sich eine Auswuchtung. Eine Rotation, also das Umstecken der Reifen auf andere Achsen, ist sinnvoll alle 10.000 bis 15.000 km, um den Verschleiß gleichmäßig zu verteilen.
Was passiert, wenn man im Winter mit Sommerreifen fährt?
Bei Schnee, Matsch oder Eis verlieren Sommerreifen erheblich an Haftung. Bremswege verlängern sich deutlich, das Fahrzeug wird schwerer kontrollierbar. Zudem drohen Bußgelder, Punkte in Flensburg und ein möglicher Verlust des Versicherungsschutzes.
Jetzt den richtigen Reifen wählen und sicher unterwegs sein
Für die sichere Reifenwahl empfehlen wir folgende Schritte:
- Lassen Sie die Profiltiefe und das Reifenalter prüfen, bevor die neue Saison beginnt.
- Wählen Sie den Reifentyp anhand Ihres Fahrprofils, Wohnorts und den typischen Wetterbedingungen.
- Stellen Sie den Reifendruck nach Herstellervorgabe ein und kontrollieren Sie diesen regelmäßig.
- Lassen Sie bei jedem Reifenwechsel auswuchten, um Vibrationen und ungleichmäßigen Verschleiß zu vermeiden.
Die Everinghoff GmbH & Co. KG unterstützt Sie beim Reifenwechsel, berät Sie zu allen Reifentypen und übernimmt auf Wunsch auch die regelmäßige Fahrzeugwartung, damit Sie rundum sicher unterwegs sind.
